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Meditieren am Strand

Jede große Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Aktualisiert: 14. Aug. 2020

Mit Karmatraining.de beginnt mein neues Leben. Deines vielleicht auch!


Tief in mir habe ich es schon immer gewusst. In Gesprächen habe ich meinen Freunden oft davon berichtet, dass meine Zeit im Rettungsdienst beim Deutschen Roten Kreuz der Job war, der mich am meisten mit Sinn erfüllt hat. Dennoch bin ich dem Kapitalismus gefolgt und habe bisher die meiste Zeit meines Arbeitslebens in der Wirtschaft verbracht. Zwar immer unter Leuten, aber nicht in meiner eigentlichen Kraft: Anderen dabei zu helfen, ein besseres Leben zu führen. Daher habe ich 2018 die Entscheidung getroffen, als Life Coach und Heilpraktiker für Psychotherapie zu arbeiten. Wie ist es dazu gekommen?


Ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit


Als ältester Sohn von insgesamt 7 Jungs (aus 2 Familien) wurde ich im Oktober 1977 in Weinheim geboren. Meine Kindheit und Jugend hat vieles mitgebracht, was ich heute positiv als "Herausforderungen" oder "hartes Training" betrachte. Meine Kindheit war kein Zuckerschlecken, meine Jugend auch nicht. Doch es ist nie zu spät für eine schöne Kindheit und daher freue ich mich heute über das, was mich damals beinahe zerstört hat. Als Jugendlicher war es mein Wunsch, das Abitur zu machen. Meine Erziehungsberechtigten hielten das für unpassend und wollten mich nach der Mittleren Reife zum Arbeiten zwingen und von der Schule abmelden. Also legte ich in einem persönlichen Gespräch beim Direktor mein Veto ein und zog mit 16 Jahren aus, um bei meinem Freund und dessen Familie zu wohnen.


Das eigene Leben


Mit 17 startete ich in mein selbständiges Leben in einer kleinen Eigentumswohnung meiner Großeltern, die mich liebevoll unterstützten. Als Lagerhelfer, Nachhilfe-Lehrer, Kassierer, Zeitungsbote, Getränke-Lieferant, in der Metallproduktion, beim Renovieren und als Barkeeper verdiente ich meinen Lebensunterhalt gerade so, dass es für ein Leben Ende der 90er Jahre ausreichte. Was an Geld fehlte, wurde durch meine Großeltern großzügig ausgeglichen, denn Unterhaltszahlungen gab es keine. Es war anstrengend, aber es fühlte sich endlich nach "Leben" an. Mein Abitur schloss ich 1998 erfolgreich ab. Dieser Moment zählt bis heute zu den wichtigsten Momenten in meinem Leben, der erste Moment gefühlter Freiheit.


Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz


Der Zivildienst beim Roten Kreuz faszinierte mich von der ersten Minute an, denn es gab viel Neues zu lernen: wertvolle, überlebenswichtige Techniken und Prozesse. Die Schichtarbeit war eine sehr intensive Erfahrung. Nach einem Praktikum im Krankenhaus, im Operationssaal und auf dem Rettungswagen als "Dritter Mann" durfte ich dabei helfen, Menschenleben zu retten und das habe ich dann bald täglich getan, mit großem Interesse. Denn plötzlich ging es um echtes Leben, bei Horror-Unfällen auf der Autobahn mit eingeklemmten Personen, Suiziden im Wohnzimmer, Arbeitsunfällen in der Fabrik oder Drogenmissbrauch in der Gartenlaube. Diese Erfahrungen sind für mich bis heute an Verantwortung nicht zu übertreffen. Menschen sterben zu sehen und damit umgehen zu lernen oder Menschen beim Überleben zu unterstützen und das Glück darüber zu feiern - all das ist unbeschreiblich. Diese Aufgabe hat mich nachhaltig mit Stolz und Liebe erfüllt und mir seitdem unglaublich viel Kraft gegeben. Ich habe selten etwas Besseres in meinem Leben getan. Neues Leben in die Welt zu setzen ist natürlich noch viel schöner - Meine Kinder Johanna, Maximilian und Carlo sind wundervoll und ich bin sehr dankbar dafür, dass sie gesund sind.


Kommunikationsdesign und Werbeagentur


Nach dem Zivildienst wollte ich sofort Medizin studieren und Notarzt werden, aber mein mittelmäßiges Abitur hätte mich noch eineinhalb Jahre auf die Wartebank geschickt. Also entschied ich mich stattdessen für Kommunikations-Design und startete ein Pflicht-Praktikum in einer der angesagtesten Mannheimer Werbeagenturen. Das Arbeiten in einer Agentur war etwas völlig Anderes, es ging nun nicht mehr um Menschenleben, sondern um Hierarchien, Titel, Befindlichkeiten, Status, Geld, Einfluss, Armbanduhren, Jour Fixe, Markenklamotten, Firmenwagen und das kleinste Handy der Welt, das Nokia V3688 - Ganz schön verwirrend. Meinen ersten guten Eindruck als Praktikant konnte ich dadurch hinterlassen, dass ich beim Sommerfest meine Sanitäter-Skills aus dem Rettungsdienst anwenden konnte. Ein Partygast ist kollabiert, wegen einer Überdosis Kokain - Willkommen im Agenturleben. Nach meinem Rettungseinsatz hatte ich die nötige Aufmerksamkeit, man nahm sich meiner an und ich durfte Photoshop und Freehand direkt von den Profis lernen. Meine Zeit bei der Werbeagentur verschaffte mir einen großartigen Einblick in digitales Arbeiten in Teams und den Aufstieg und Fall einer Firma mit Potential.


Die erste Selbständigkeit